Der Aldila RIP Alpha Hybrid ist kein neuer Schaft, sondern wurde bereits vor einigen Jahren auf den Markt gebracht. Aldila war Pionier in einer speziellen Anordnung der verschiedenen Graphitfasern. Die Abkürzung RIP bedeutet Reverse Interlaminar Placement. Dieses Prinzip wurde in allen Folgemodellen angewendet, wobei mir genau klar war, was dort exakt gemacht wurde. Die Abbildungen auf der Aldila Webseite zeigen den entsprechenden Aufbau eines Schaftes mit unterschiedlich ausgerichteten Lagen von Graphitfasern. Die meisten Premium Hersteller benutzen Varianten dieses Prinzips.

Was mein Interesse am Aldila RIP Design hervorrief waren die KBS Tour V und Nippon Modus 3 Tour 130 Schäfte. Beide Modelle haben eine sehr lange und stabilen Griff- und mittleren Bereich und anschließend verliert der Schaft in Richtung Spitze schnell an Härte. Als ich an meinem Hybrid Fitting System gearbeitet habe, fiel mir dasselbe Profil beim RIP Alpha Hybrid Schaft auf.
Ich habe mir von Aldila einige Testexemplare gesichert und die Schäfte intensiv angesehen. Die Schäfte haben einen niedrigen Torque und eine exzellente funktionale Rundheit. Wenn Sie die Datentabellen anderer Schäfte genau ansehen, werden Sie feststellen, dass wir die Balance Spalte geändert haben. Ein positiver Wert bedeutet, dass der Balance Punkt oberhalb der Mitte ist, ein negative ist unterhalb der Mitte. Das macht es einfache die Gewichtung des Schafts zu beurteilen. Der Aldila RIP Alpha Schaft ist ein gut balancierter Schaft.

In zukünftigen Schaftreviews werden wir auch die Ausrenkung des Schafts unter Last darstellen. Das EI Profil ist nicht immer einfach zu lesen. Die Kurve enthält ungewöhnliche Spitzen und Täler in vielen Designs. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit der Schaftbiegung. Die EI Kurve zeigt das Design der Schafthärte in verschiedenen Bereichen. In der Abbildung unten ist die Auslenkung des Schafts bei ansteigender und abnehmender Last gerechnet mit der EI Kurve zu sehen.

Der Aldila RIP Hybrid Schaft, der von einem Tour Hersteller Angestellten in der Diskussion der beiden populärsten Schaftmodelle als konvex anstatt konkav bezeichnet wird , wird sehr viel gespielt.
RIPHybridDeflecting
Ich habe mir für die Verdeutlichung zwei Schäfte mit sehr ähnlicher Butt- und Tiphärte meiner Modellierungssoftware herausgesucht und ansteigende Last simuliert. Das half mir die Unterschiede zu erkennen.

Diese neue Methodologie basiert auf dem EI Biegeprofil. Mir ist keine andere Software damit bekannt. Klar zu erkennen ist die Neigung zu einem niedrigerem Ballstart beim Schaft mit dem härteren mittlerem Bereich. Ebenso zu erkennen ist, wie wichtig die passende Last für den Schaft ist.

Zu harte Schäfte biegen zu wenig für eine gute Rückmeldung und fühlen sich brettartig an. Zu weiche Schäfte biegen zu viel. Wenn Sie nach der sehr großen Auslenkung beim Abbremsen im Schwung kurz vor dem Treffmoment zurück schwingen, dann gibt es zu große Variationen der Kopfgeschwindigkeit und Ausrichtung. Darum ist es so wichtig korrekt gefittete Schläger zu spielen, um eine hohe Konstanz bekommen zu können.

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